Was ist das RAI ?

 

  

An dieser Stelle folgt eine kurze Vorstellung des RAI. Ausführliche Informationen sind einerseits aus den Handbüchern ersichtlich, bzw. werden in einzelnen, spezialisierten Beiträgen auf diesen Seiten folgen. Beachten Sie für weiterführende Informationen auch die Diskussionsthemen im Forum.

RAI bedeutet in seiner Langform "Resident Assessment Instrument", es handelt sich bei den Instrumenten der RAI- Familie um Screening- Instrumente, die auf den jeweiligen Bereich der pflegerischen Versorgung abgestimmt sind.

Übertragen auf ein Pflegeprozess- Modell decken diese Instrumente also die Phase des Assessments ab und führen hin zur Diagnostik, Prioritätensetzung und Outcome- Identifikation.

Das besondere am RAI ist, dass es - im Gegensatz zu vielen anderen Assessment- Instrumenten - nicht den Pflegeaufwand messen, sondern den Pflegebedarf. Dies ermöglicht folglich die Erstellung eines Pflegeplans, der tatsächlich auf den individuellen Pflegebedarf abgestimmt ist (Anm.: genau genommen liegt an dieser Stelle eine Schwäche des RAI, da nicht immer tatsächlich der Bedarf erhoben wird. Mehr dazu in einem späteren Beitrag).

Das RAI besteht aus folgenden Modulen:

1. Das MDS

Das MDS (= "Minimum Data Set") besteht aus ca. 300 Items, die vom zuständigen MDS- Koordinator (einem Mitglied des Pflegeteams) im Zusammenspiel mit dem Patienten, dem Team, den Angehörigen sowie den Mitgliedern der weiteren Berufsgruppen, ausgefüllt werden.

Die Daten werden werden vierteljährlich (Schweiz: halbjährlich) erhoben, sowie nach einer signifikanten Statusveränderung.

Dieses vergleichsweise sehr ausführliche Assessment liefert als grobes Screening den Überblick über die relevantesten Daten des Patienten.

 

2. Die Risikoerkennungstafel

Mit diesem Instrument (auch bequem als EDV- Berechnung durchführbar) ermittelt das RAI mittels eines Alarmzeichensystems die typischsten Problembereiche des Pflege- Settings.

 

3. Die Abklärungshilfen

Für jeden Problembereich existiert ein sog. RAP (Resident Assessment Protocol. Abweichende Bezeichnungen je nach Setting, z.B. CAP im RAI-HC). Für jeden identifizierten Problembereich werden die entsprechenden RAPs durchgeführt. Sie geben Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen den Problembereichen, auf den zu setzenden Fokus und auf evtl. zusätzlich zu erhebende Daten, die der genauen Abklärung dieses Problembereichs bedürfen. Sind die RAPs durchgeführt, steht die Basis für den individuellen Pflegeplan.

Die MDS- Daten dienen jedoch (optional) nicht nur als Basis für den Pflegeplan. Sog. "AddOns" für das RAI , die auf speziellen Auswertungen dieser Daten beruhen, ermöglichen z.B. eine sehr differenzierte und auf den Pflegebedarf abgestimmte Abrechnung mit den Kostenträgern (RUG- System) oder liefern mittels eigens entwickelter Qualitätsindikatoren die Datenbasis für die hausinterne Qualitätssicherung oder ein Benchmarking.